Yates Mallorca Cup 2018 Die Regatta

Alegría went Regatta!

 

Was ein Abenteuer! Seit Anfang Mai fieberte die Crew dem Termin Ende Oktober entgegen. Alegría nahm erstmals unter der Leitung der Jefa am Yates Mallorca Cup, einer Fun-Regatta in der Bucht von Palma de Mallorca, teil. Von Sonntag, 28. Oktober bis Freitag, 02. November sollte es bei mallorcauntypischem Schlechtwetter um Ruhm und Ehre und Spaß gehen.

 

Die Jefa und ihr Capitano freuten sich sehr, dass die beste Segelfreundin der Jefa, Niki, mit uns an Bord war. Komplettiert wird die Sechser-Crew durch zwei neu kennen- und schätzengelernte Segelfreunde mit langjähriger Schön- und Schlechtwettererfahrung auf diversen Meeren und den durch Zufall zum Team gestoßenen Coach.

 

Gleich nach dem Einchecken und der Sicherheitseinweisung am Samstag hängte der Coach, ein ebenso überengagierter wie erfolgreicher Regattaprofi, eine Zusammenfassung der Regatta-Ausweichregeln an die Klotür und rief nach der Erläuterung zweier Hauptregeln zum ersten "Training". Bei guten 25 Knoten Wind ging die Alegría als einziges Schiff der Regattaflotte raus in die Bucht von Palma. Schnell war der gesamten Crew klar, dass im Regattamodus auf die Alegría und die Crew unter der akribischen Anleitung des Coaches andere Herausforderungen zukommen werden als bei den Familientörns üblich. Eine dieser neuen Erfahrungen quittierte die Jefa mit einem, die folgende Woche prägenden, "AAAHHHHH!!". Und es zeigte sich, dass die Crew in Rekordzeit noch eine Menge lernen konnte und musste, um den strengen Vorstellungen des Coaches zu genügen sowie den Wind- und Wetterverhältnissen zu trotzen.

 

Sonntag -> erstes Qualifikationsrennen zur Gold- und Silber-Fleet!

Und dann die Überraschung - hatten wir gestern noch bei reichlich Wind trainiert, war heute Schwachwind angesagt. Die Regattaleitung legte einen Kurs vor der imposanten Kulisse der Kathedrale in der Bahía fest und startete das aus 28 Yachten bestehende Rennen pünktlich .... aber nach einem überaus gelungenen Start der Alegría wurde das Rennen wegen fortgesetzter Flaute nach etwa einer Stunde abgebrochen. Schade! Denn die Alegría und ihre Crew zeigte ihre neugewonnenen Qualitäten eindrucksvoll. Aber ohne Wind keine Fortbewegung.

 

Montag -> Qualifikationsrennen die Zweite!

Bereits beim Skipperbriefing informierte die Regattaleitung alle Crews darüber, dass die geplante Langstreckenregatta nach Cabrera dem Wetter zum Opfer fallen werde und dass ersatzweise heute ein über 25 sm langer Dreieckskurs Illetas -> Insel Illot del Sec -> Flughafentonne -> Illetas quer über die Bahía de Palma gesegelt wird. Der Wetterbericht versprach heftige Winde ... aber es wurden heftigere.

Pünktlich erfolgte der Start und die Alegría war vom ersten Moment an schnell. Die erste Rundung ging um die, der Drei-Finger-Bucht Cala Portals vorgelagerte, klitzekleine Insel Illot del Sec. Hier zeigte sich, dass die gute Revierkenntnis der Jefa und des Capitanos dem steuernden Coach erheblich half. Das Regatta-Fieber hatte nun alle gepackt.

Als der Coach wenig später auf Vorwind-Kurs eine Welle geschickt nutzte und Alegría erstmals über 10 Knoten beschleunigte, brach spontan Jubel an Bord aus. 10 Knoten! Die Alegría! Waaahnsinn! Aber der Wind nahm zu, die Welle nahm zu ... und somit auch die Geschwindigkeit. Schon kurz nach der 10-Knoten-Schwelle erreichte Alegría 11 Knoten. Und der Wind nahm weiter zu - auf über 30 Knoten!! - und die Wellen wurden noch höher. Bei 12,7 Knoten! Spitzengeschwindigkeit kam die Luvtonne unerwartet schnell auf uns zu und nach der Umrundung ging es in der etwas ruhigeren Landabdeckung auf Amwind-Kurs entlang der Küstenlinie zurück Richtung Ziellinie vor Illetas.  Die Crew nahm das wirklich gute Gefühl, an der Seite der vielen großen Yachten mithalten zu können, mit in den Hafen.

Wir belegten einen nie für möglich gehaltenen großartigen vierten Platz und qualifizierten uns mit der kleinsten Yacht im Feld für die Gold-Fleet!

Crewmitglied des Tages war unser akrobatischer Spibaumer, der bei 6 bis 7 Beaufort Wind sogar noch Salzgebäck in der Luft fangen konnte!

Der Abend gehörte den 80ern. Die Stegparty war schon in vollem Gange, als die Jefa und der Capitano mit einem lauten Knall aus der Konfettikanone die Teilnahme der Alegría für alle sichtbar ankündigten.  Und falls noch eine/r nicht genug beim Wettkampf geschwitzt hat, änderte sich dies jetzt - es war tanzen angesagt!

 

Dienstag -> erstes Rennen!

Die Regattaleitung informierte beim morgendlichen Skipperbriefing, dass der Mittwoch wegen Sturmwarnung segelfrei sein werde und legte vor Puerto Portals den heutigen Kurs aus. Unter den nicht endenwollenden Kommandos des Coaches "Schürze!" (Vorsegel über die Reling heben), "Genua und Groß dichter, DICHTER, NOCH dichter!", "Kicker!", "Groß auffieren - dichter holen - auffieren!", "Unterliek spannen - MEHR!", "ausbaumen!", "alle auf die Luvkante! JETZT!" gab die Crew Alles.

Am Abend dann die Überraschung. Als die Plätze verlesen wurden und bis Platz 5 die Alegría nicht genannt wurde, war klar, dass es ein sehr guter Tag war.

Platz 4 - Nicht die Alegría! Es war ein hervorragender Tag.

Platz 3 - Nicht die Alegría! Es war ein unglaublicher Tag.

Platz 2 - Alegría! HURRAA!! Einfach MEGA! Mit strahlenden Augen nahm die Jefa den verdienten Preis für diese großartige Leistung der gesamten Crew entgegen.

Dieser legendäre Erfolg wurde am Abend mit einer wagenradgroßen Riesenpizza gebührend gefeiert.

 

Mittwoch -> Sturmbedingter Ruhetag!

Die Crew nutzte die Gelegenheit, um die nunmehr starkwinderprobte Alegría noch sicherer zu machen. Der Coach stellte sein umfangreiches Wissen zur Verfügung und optimierte den Trimm des Mastes und der Segel und machte mehrfach deutlich, dass Er es besser gefunden hätte, bei Starkwind, starken Schauern und hoher Dünung ein Rennen zu starten. Für diese Meinung fand sich allerdings im gesamten Regattafeld und am Steg kein zweiter Unterstützer.

Um die Crew und vor allem den Vorsegeltrimmer glücklich zu machen, kaufte die Jefa, neben allerlei nützlicher Halloween-Deko, eine neue Winschkurbel - natürlich das Super-Profi-Modell, das die harte Arbeit deutlich erleichterte. Für die Crew und Alegría nur das Beste.

Der Abend war, zumindest für die männlichen Mitsegler, ein Highlight! Das gesamte Starterfeld wurde mit drei Bussen zu einer Eventlocation im Inselinneren gebracht. Dort erwartete uns nach einem guten Essen die knapp zweieinhalbstündige VAMPIRIKA-Show mit Klavier, Gesang und Geige, mit live gesungener Rockmusik und mit Tanz-, Akrobatik- und Burleske-Elementen. Die muskelbepackten Jungs und die in dünne Dessous gehüllten Frauen sollten körperbetont und a la femme fatale auf den magisch-dämonischen Halloween-Abend einstimmen. Den Abschluss bildete eine beeindruckende Wasserfontänenshow zu klassischer Musik. Eine (diskussions)anregende Idee der Veranstalter!

 

Donnerstag -> zweiter Regattatag!

Beim frühen Skipperbriefing legte die Regattaleitung fest, dass heute drei Rennen gefahren werden sollten. Der Start des ersten Rennens wurde in der Bahía vor Es Molinar ausgetonnt. Alegría und die Crew liefen aus und freuten sich des mäßigen Windes und der unerwartet ruhigen See. Dem Coach allerdings waren die meteorologischen Verhältnisse viel zu langweilig.

Leider missglückte der erste Start durch den steuernden Coach - Alegría ging zu früh über die Startlinie. Da der Coach den Funkrufen der Regattaleitung keine Bedeutung schenkte und weiter segelte, wurde die Alegría mit einer empfindlichen Zeitstrafe belegt und belegte Platz 12 von 14 Yachten. Über die aufgeheizte Stimmung an Bord hüllen wir lieber den Mantel des Schweigens.

Das zweite Rennen verlief deutlich besser. Abgesehen von einer kleinen Karambolage an der Luvtonne, an der Alegría völlig unschuldig war (wer hat hier die Ausweichregeln nicht gelernt?), belegten wir einen respektablen achten Platz.

Und auch für das dritte Rennen des Tages war Kurs "1" ausgelegt. Die relative Langsamkeit der im Vergleich zu den übrigen größeren Yachten kleinen Alegría zermürbte den Coach, und mit seiner sinkenden Laune auch die Crew. Das Rennen verlief zwar nicht optimal, aber ein siebter Platz ist für Alegría und die Crew ein Erfolg und das beste Ergebnis des Tages.

Crewmitglied des Tages war eindeutig Niki, die sich trotz heftigster Erkältung tapfer durch die Regatta kämpfte!

Aber dass auch die Jefa nicht ganz gesund war zeigte sich erst am ...

 

Freitag -> Abschlusstag!

Die Nacht war leider lang für die Jefa. Ein böser Virus hat Besitz von Magen und Darm genommen, begleitet von Fieber, Schüttelfrost und Schlaflosigkeit war an eine erholsame Nachtruhe nicht zu denken. Der Capitano verkündete beim täglichen Skipperbriefing den Rückzug der Alegría vom heutigen Regattatag und begleitete die Jefa zum Arzt. Es gibt wichtigeres als Regatta!

Abends dann Abschlussdinner. Die Crew der Alegría trifft sich frühzeitig an Bord und macht sich, ohne Jefa und Capitano, auf den Weg zu den erneut bereitstehenden Bussen. Diese bringen die Crews ins Aquarium von Mallorca, wo vor beeindruckender Kulisse mit zahlreichen Haien und Rochen die Platzierungen verlesen und die Preise und Pokale vergeben werden.

Die Alegría erreicht in der Gesamtwertung einen vor Regattastart kaum für möglich gehaltenen Zehnten Platz!

Danke Alegría!

Danke Team!

Danke Yates!

Wir gratulieren dem Team der Míro und dem Skipper Torsten zum verdienten Gesamtsieg sowie Catch The Wind mit Skipper Marcus zum Zweiten und der Vorjahressiegerin Dolce Vita mit Hans am Ruder zum Dritten Platz!

 

Den freien Samstag haben sich die Jefa und ihr Capitano redlich verdient. Nachdem die Crew die Heimreise angetreten hat, kehrt erstaunliche Ruhe auf der Alegría ein und auch die, eine volle Woche schmerzlich vermisste, Sonne kam heraus. Bei leichten Winden ging es für Alegría nur unter Genua noch einmal raus aus dem Hafen. Beim entspannten Absegeln für die Saison 2018 reift die Entscheidung, nächstes Jahr mit Sicherheit wieder am Yates Mallorca Cup teilzunehmen.

 

Komm auch 2019 zum Yates Mallorca Jubiläums Cup mit uns an Bord!